Heyroth

Riescht fort wirjes (Wir machen es wie immer)

Heij jit platt jeschwatt:

"Et woar ens en Maan on en Frau on en Jeiß, dat öess alles wat ech wejß."

Es war einmal ein Mann und eine Frau und eine Geiß, das ist alles, was ich weiß.


Die neuesten Nachrichten aus Heyroth

Heyrother Erntefest

Anfang September feierte der Verein "Heyroth in Bewegung e.V." mit den Dorfbewohner*innen und vielen Gästen das alljährliche Erntefest. Vorangegangen war die Obst- und Gemüseernte im Generationengarten.

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Lage

Das kleine Dorf liegt, eingebettet in eine weite Feld- und Wiesenflur und umgeben von ausgedehnten Laub- und Nadelwäldern, auf einem sanft abfallenden Hügel auf 485 m über NN. Westlich des Dorfes erhebt sich der 610 m hohe Reinertsberg, der vulkanischen Ursprungs ist. Er bietet eine gute Fernsicht auf die umliegenden Dörfer und Höhen. An seinem Fuße entspringt der Stillbach, der nach vielen Windungen alsbald in den Grünbach mündet. Dieser hat seine Quelle in der Gemarkung Bongard. Er durchfließt die Heyrother Distrikte "Mannseifen", "alt Wiesjen" und "an der Müll", wo er ehemals, wie der Flurname sagt, eine Mühle betrieben haben soll. Bis zur Gebietsreform Ende der 1960er Jahre bildete der Bach die natürliche Grenze zwischen den Regierungsbezirken Koblenz und Trier mit den Kreisen Mayen und Daun.

Heyroth hat z. Z. 90 Einwohner. Sie verteilen sich auf 37 Familien, die in 31 Häusern wohnen (Stand: 31.12.2021).

Der Ortsteil wird seit der Kommunalwahl in 2014 von Brigitte Blum als Ortsvorsteherin geleitet. Ihr zur Seite steht der Ortsbeirat Heyroth mit den Mitgliedern Heinz Holzem, Torsten Jungmann und Michael Schröder.

Die Gemarkung Heyroth umfasst eine Fläche von 224 ha. Davon sind 35 ha Ackerland, 91 ha Grünland und 74 ha Wald.

Geschichte

Heyroth wird erstmals Ende des 12. Jahrhunderts als „Roth“ genannt. Der kleinen Waldsiedlung Roth wurde danach erst in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts der Familienname von Heyer hinzugefügt und von da an Heyroth genannt. Ganz in der Nähe des Ortes erhebt sich nämlich im Nordosten der Heyerberg mit der Heyerkapelle, die ihren Namen nach dem sesshaften Rittergeschlecht derer von Heyer hat. Dieses Geschlecht wird 1359 erstmals genannt und starb 1611 aus. In welcher Beziehung der Ort Heyroth zu der Familie von Heyer stand, ist nicht bekannt.
1678 allerdings wird der Ort im Kirchenbuch von Niederehe nach Wilhelm Mauren noch Roth genannt und auch 1764 und 1773 bezeichnet Prior Wachendorf Heyroth im Zusammenhang mit einem Prozess wegen des Zehnten und der Kartoffeln „in der Brach“ in der Klosterchronik als Rott. 1678 wird der Ort im Kirchenbuch von Niederehe Roth genannt. Um diese Zeit gibt es auch die Schreibweise Rodt. Nach Wilhelm Mauren erscheint erstmals 1765 im Herren-Gedings-Protokoll neben Roth der Ortsname Heyerroth. Im 19. Jahrhundert entwickelt sich dann über Heyerroth die heutige Form Heyroth.

Ob an dieser Namensnennung und Entwicklung überhaupt noch festgehalten werden kann, muss nun jedoch bezweifelt werden, nachdem der Gerolsteiner Geschichts- und Heimatforscher Adolf Kettel  in seinem Schreiben vom 29.01.1987 an die Verbandsgemeinde Hillesheim, Heyroth zwischen 1100 und 1133 mit „Heiore“ als früheste Bezeichnung nennt und dazu auch die Fundstelle im „Goldenen Buch“ der Abtei St. Maximin angibt. Die Heimatforscher werden hier sicher irgendwann des Rätsels Lösung finden.


Sehenswürdigkeiten in Heyroth

Neben der schönen Landschaft, die man mit dem ausgewiesenen Wanderweg erkunden kann, gibt es in Heyroth noch weitere interessante Sehenswürdigkeiten, wie z.B. das Friedens-Mahnmal, die alte Kapelle und ein kleines Museum.

Das Friedens-Mahnmal

Seit 1993 schmückt ein Mahnmal den Kapellenvorplatz. Mit der Inschrift „Nie mehr Krieg“ mahnt es dazu, in Frieden miteinander zu leben. Es handelt sich dabei um eine Bronzearbeit des italienischen Priesters und Bildhauers Luciano Carnessalli. Dessen Bruder und seine Frau haben es nach einem Festgottesdienst mit dem Künstler im Rahmen einer Einweihungsfeier dem Dorf Heyroth als Geschenk übergeben.

J. Baptist Holzem aus Heyroth schreibt: "Das Mahnmal zeigt das erschreckende Bild der Toten an einem Bombentrichter und die sich vor Schmerzen krümmenden Verwundeten; daneben Kinder, die entsetzt und verzweifelt um Hilfe bettelnd die Arme ausstrecken. Doch der aufsteigende Schwarm von Friedenstauben zur Krone des Olivenbaumes soll zwar kein Vergessen entstehen lassen, aber die Gewißheit, daß auch die im Krieg geschlagenen Wunden heilen und mit wiedererstehender Natur ein neues Leben beginnt. Zukunftsbejahend greift der Familienvater der dargestellten jungen Familie nach den ersten Früchten des Baumes, während eines der beiden spielenden Kinder zur Mutter hochblickt, die ihr Jüngstes auf dem Arm trägt.

Die Worte "Nie mehr Krieg" unter dem dargestellten Idyll der jungen Familie sollen eine endgültige Absage an den Wahnsinn eines zukünftigen Krieges bedeuten".

Kapelle in Heyroth

Die Kapelle

Die älteste Urkunde über die Heyrother Kapelle stammt aus dem Jahre 1303. Damals hieß der Ort noch Roth (von roden).

1650 plünderten lothringische Soldaten Heyroth und setzten die Kapelle in Brand. Daraufhin sammelte die Bevölkerung 75 Taler und baute eine neue Kapelle, die am 05.09.1657 eingeweiht wurde.
Nach über 80 Jahren stellte sich heraus, dass die Kapelle zu klein war und zudem bauliche Mängel aufwies. Der Superior Leodegar des Klosters von Niederehe, der gleichzeitig Pastor von Heyroth war, ließ daraufhin an der jetzigen Stelle 1745 ein neues Gotteshaus zu Ehren des Heiligen Antonius des Einsiedlers in romanisch-gotischem Stil erbauen. Die Benediktion der neuen Kapelle erfolgte am 06.11.1747.

Über dem Eingang der Kapelle befindet sich in einer Nische die Figur des Heiligen Antonius.
Im Mittelpunkt des Gotteshauses steht der Renaissancealtar mit einem Ölbild des Antonius aus dem 18. Jahrhundert. Rechts und links davon stehen die Holzfiguren des Heiligen Antonius und der Heiligen Magdalena von Pazzi. Den oberen Abschluss des Altares bildet die Figur der Mutter Gottes mit dem Kind in einer Strahlenglorie, ihr zu Füßen knien Engel. Auch der Altartisch weist ein Gemälde des Kirchenpatrons auf.

In den Altar eingearbeitet sind die Reliquien der Heiligen Ursula und Gefährtinnen. An den Wänden rechts und links neben dem Altar befinden sich die Figuren der Heiligen Maria mit Kind, des Heiligen Antonius und des Heiligen Hermann-Josef. Auch die kunstvoll geschnitzten Kirchenbänke sind noch aus dem 18. Jahrhundert. An einer Bank ist die Jahreszahl 1747 gut zu lesen. Die sechs Kirchenfenster mit den in der Bildergalerie dargestellten Heiligen wurden zu Ehren der Gefallenen des 1. Weltkrieges gestiftet.

Das Heimatmuseum

Eine Vielzahl gut erhaltener und restaurierter Haus- und Landwirtschaftsgeräte aus vergangenen Zeiten sind bei Familie Schröder ausgestellt. Dazu gehören die von der Familie sorgfältig aufgearbeiteten Exponate, wie z. B. Scheffel, Schlotterfässer und Ölmühle, alte Stalllaternen, Waldbeer-Ernter, Butterfässer, sowie Bügeleisen, die mit Glut gefüllt wurden.

Das kleine Heimatmuseum steht auf Anfrage zur Besichtigung bereit.